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Wanderungen durch die Mark Falkennest
RBolitho:
Es war wieder einmal später Abend geworden und Richard bemerkte dies nicht einmal, erst als er eine Eule bewusst wahrnahm realisierte er dies. Er schnürte seinen Beutel zu und machte sich sofort auf den Weg nach Falkennest. Schließlich wollte er noch Papiere fertig machen um Falkennest als sein Hauptsitz eintragen zu lassen. Als er in Falkennest ankam war kaum noch jemand auf den Straßen, er sah aber jemanden auf einem Pferd wegreiten ob das Kitty war. In den Tavernen und Casinos war es wieder einmal voll wie fast jeden Abend.
In seinem Haus angekommen, stellte er fest, dass es wieder keinen Auftrag für eine Reparatur gab, seit Tagen schon gab es keinen. Er fragte sich warum dies so sei, ob AngusMcShadow mehr Aufträge dieser Tage bekam. Er nahm seinen Sammelbeutel und sortierte die Pflanzen und führte seine Listen weiter, daran merkte er wieder wie sehr die Händler ihn prägten. Danach fing er mit den Papieren an Falkennest als seinen Hauptsitz zu erklären. Des Weiteren setzt er sich an eine Zeichnung für eine neue Art von Dach, hierbei aber schlief er ein…
Pasion:
Erschöpft stellte Pasion die beiden Eimer am Eingang seines Hauses ab und lächelte versonnen vor sich hin.
Die Herbstsonne war vor etwa einer Stunde im Osten über dem Gebirge aufgegangen, und der schlanke Mann hatte die Möglichkeit genutzt, noch schnell ein paar Liter Wasser nach Hause zu bringen.
Später würde er sie in Rothbach oder Vakaa verkaufen gehen, so wie er es immer tat, oder er würde noch ein paar Kräuter auf einer nur ihm bekannten Lichtung im Norden sammeln, und heute noch nach Asgard reisen, um sie dort zu verkaufen.
Es gab so viel zu tun.
Doch jetzt gönnte er sich erst einmal eine Pause.
Das Hämmern aus einem der benachbarten Häuser verkündete, dass Kitty bereits mit ihrer Arbeit angefangen hatte. Er würde wohl nachher bei ihr vorbei gehen, ein Schwätzchen halten, und sie fragen, ob sie heute abend mit ihm ein Mahl unter dem neuen Vordach seines Atriums einnehmen würde, das Richard Bolitho so vortrefflich angebracht hatte.
Überhaupt war sein Haus nun fertig renoviert, die Lagerräume voll mit Brot und Stroh und er konnte sich in den nächsten Tagen ganz der Arbeit widmen.
Das war aber auch dringend nötig: Mehr als 1500 Gold Schulden hatte er bei Bagman in Vakaa, dann noch einmal 2500 Goldstücke in Rothbach und etliches irgendwo sonst noch. Kein Wunder: Seine Bank hatte er in nicht einmal anderthalb Wochen errichtet, eine stattliche Leistung, für die er sehr viel Gold gebraucht hatte.
Doch nun konnte er alles abstottern, und zudem war er selbst mittlerweile gut im Geschäft: Mehr als 10 000 Goldstücke lagerten in einem sicheren Panzerschrank, bewacht von zwei großen Hunden. Seine Kunden wussten, dass er sich niemals am Geld bedienen würde, und er hoffte, dass sich das bald noch weiter herumsprechen würde. Zumal er nun auch angeboten hatte, Überweisungen selbst durchzuführen und Rechnungen als geldbote zu überbringen.
Überhaupt mochte er das Reisen in letzter Zeit.
Hatte er noch vor einigen Wochen bedacht eventuell einen Tempel für Waukeen zu errichten, dachte er nun ab und an darüber nach, vielleicht einfach einen kleinen Laden in einer nahen Stadt, etwa Rothbach oder der Stadt am See, zu übernehmen. Immerhin stand zur zeit so viel leer, dass es niemandem schaden würde, wenn er so verfuhr...
Wille:
Eine kühle Brise wehte herab von den Bergen als er hinab ins Tal stieg. Er hatte keinen Namen. Man hatte ihn gefunden, halb tot in eigenen Blut liegend. Keiner hattet geglaubt er würde überleben, aber er hatte einen eisernen Willen. Und da er sich an seinen Namen nicht erinnern konnte, blieb es dabei: Wille. Er wurde zum Wanderer, zum Ausgestoßenen. Keiner wollte ihn haben. Er konnte nicht viel, aber bei einer Sache schien er geschickt zu sein. Er förderte viel und schnell seltene Erden aus dem Boden. Hochwertiger Lehm und Ton aus dem die höchsten Häuser erichtet wurden. Er wusste nicht warum er das konnte, aber es war ihm auch egal. Soviel er auch förderte er baute nie sein eigenes Haus. Eines Tages belauschte er ein Gespräch zweier Fremder, die er vorher noch nie gesehen hatte. Sie sprachen davon, dass Falkennest das Tanelorn des Südens sei. Er wusste zwar weder was Tanelorn war, noch wo Falkennest lag, doch er beschloss es zu suchen. So wanderte er also an diesem kühlen Tage hinab vom sogenannten Gemsenpass der von Caytron aus nach Süden führte. Da sah er die kleine Stadt Falkennest und er spürte sofort, dass wird es sein, dort wird er sich niederlassen. Also wählte er einen kleinen Flecken, den niemand haben wollte und begann sein eigenes Haus zu errichten. Würden die Bewohner in willkommen heißen, oder wieder wegjagen? Er wusste es nicht. Aber er wusste er musste es versuchen ...
Jonah:
Wölfe heulten in dieser Nacht und Jonah fand in seiner Höhle im Wald keinen Schlaf. So entschloss er sich, mitten in der Nacht seine Behausung zu verlassen und sich ein wenig die Beine zu vertreten. Er kannte die Umgebung haargenau, schließlich lebte er seitdem er denken kann in diesem Wald. Zusammen mit seiner Mutter hat er in der Höhle gelebt, welche gut versteckt zwischen großen Dornenbüschen lag und nur mit geübtem Blick enttarnt werden konnte. Nachdem seine Mutter vor kurzem von Banditen ausgeraubt und ermordet wurde, musste Jonah neben dem Sammeln von Früchten nun auch um die Versorgung von Trinkwasser kümmern.
So machte er sich mitten in der Nacht zum Fluss und genoss die nächtliche Ruhe, während er anfing, Wasser zu schöpfen. Bei dieser Ruhe und dem heulen der Wölfe im Hintergrund fragte er sich, ob es ewig so weitergehen sollte? Jetzt, da er vollkommen auf sich alleine gestellt war, wieso versuchte er nicht sein Leben in die Hand zu nehmen? Nachdem einige Eimer voller Wasser gefüllt waren, ging er zurück zur Höhle und legte sich mit diesen Gedanen schlafen.
Am nächsten Morgen fasste er den Entschluss, sich nicht mit seiner Situation abzufinden und sein Leben endlich in die Hand zu nehmen. So packte er sein bescheidenes Hab und Gut zusammen und streifte zu einer nahegelegenen Stadt. Dort verkaufte er zunächst seine in letzter Nacht gesammelten Eimer Wasser und erfuhr von Passanten, dass dies der Ort Falkennest sei. Die Stadt sah gut gepflegt aus und auch der Händler war freundlich zu ihm, zumindest wurde er nicht - soweit Jonah dies beurteilen konnte - übers Ohr gehauen. "Hier werde ich meine nächste Wasserausbeute erneut verkaufen" dachte er sich und machte sich erneut zum Wasser, um seinen bisher bescheiden gefüllten Geldbeutel zu füllen.
Nach drei Wochen harter Arbeit hatte Jonah sich unzählige Stunden am Fluss aufgehalten, dafür allerdings auch einiges an Geld verdienen können. So konnte er sich langsam um eine Niederlassung in dieser Stadt kümmern. Wasser hatte er noch im Gepäck, somit brauchte er lediglich noch etwas Holz, Stein, Lehm und Ton. Auch hier konnte der Händler ihm weiterhelfen, doch Jonah bemerkte, dass die Ladenbestände immer weniger wurden. Hatte der Händler ein Lieferantenproblem? Oder wird sich nicht um ein gutes Sortiment gekümmert?
Wie dem auch sei, er hatte alles zusammen und fing an, seine Hütte zu errichten. Das erste mal in einem Haus wohnen und nicht mehr im Wald in seiner kalten und feuchten Höhle. So wirklcih konnte er sich dies noch gar nicht vorstellen.
Einen Tag und eine Nacht hat Jonah ununterbrochen gearbeitet, und jetzt ist es vollbracht. Er hat ein Haus, mitsamt einem Dach, Türen und Sitzgelegenheiten. Doch es fehlte ihm an etwas ganz Zentralem: Er musste etwas essen... Um etwas billiges Brot zu kaufen, ging er erneut zum Händler und musste feststellen, dass hier nahezu alles leergeräumt war. Auch Brot war nicht mehr zu haben und somit ging Jonah mit leerem Magen zurück in sein neues Heim. Wie konnte es sein, dass der einzige Laden nichts mehr zu verkaufen hatte? Auch der Ladenbesitzer war nicht aufzutreiben, vielleicht verweilt dieser momentan an anderem Orte?
Jedenfalls konnte es so nicht weitergehen. Voller Tatendrang packte er seine letzten Holzbretter zusammen und zimmerte eine kleine Abstellfläche an den vorderen Bereich seiner Hütte. Zeitgleich stellte er ein großes Schild mit der Aufschrift "Falkennest's Allerlei - An- und Verkauf aller Waren" auf. Somit war es vollbracht und Jonah erhoffte, hier die Bedürfnisse aller Bürger und Reisenden schon bald erfüllen zu können.
Doch nun musste er sich erstmal schlafen legen, der Mond stand schließlich schon wieder hoch am Himmel. Vor lauter Aufregung hat er seinen Hunger total vergessen und legte sich schlafen. Morgen sollten schließlich die ersten Kunden angesprochen werden...
KittyKira:
Plitsch Kitty schlug die Augen auf. Ein monotones, immer wieder kehrendes Geräusch hatte sie aus ihren Träumen geholt. Plitsch Plitsch Zuerst waren die Geräusche noch mit dem Traum verschmolzen und passten sich wunderbar in das Geschehen ein. Doch allmählich störten sie eher die Traumwelt und waren eindeutig zu unterscheiden. Plitsch Doch was war das, was sie da ganz langsam in die Realität und das Wachsein zurück holte ? Plitsch
Kitty starrte an die Hüttenwand und versuchte angestrengt zu deuten was sie da hörte. Plitsch Plitsch
Es war empfindlich kühl in Kitty´s Hütte und es fröstelte sie. Es hatte geregnet in der Nacht.Wieder hörte sie das Plitsch und schaute zur Decke. Da sah sie es. Es schimmerte hell und ihr war als würde sie denn Himmel sehen. Das Dach hatte ein Loch. So suchte sich das Regenwasser, dass noch von den Dachbalken rann, in kleinen glitzernden Wassertropfen seinen Weg in die Hütte und platschte auf den silbernen Teller, der noch auf dem Holztisch stand und verteilte sich danach in tausenden kleinen Wasserperlen durch den Raum, auf den Tisch und den Boden.
Oh nein, so ein Malheur auch noch, dachte Kitty. Da musste sie wohl dringend zu RichardBolitho gehen und im einen Auftrag erteilen, das Dach zu reparieren. Vielleicht konnte er auch die Eingangstüre und das Geländer wieder in Ordnung bringen. Kitty schlug die Decke zur Seite und schwang die Beine aus dem Bett. Gut, dass es noch kein Loch über ihrem Bett gab, dachte sie. Da wäre sie wohl in der Nacht gut nass geworden. Nachdem sie sich frisch gemacht und in ihre Kleider geschlüpft war platzierte sie einen Eimer auf dem Holztisch genau unter die Öffnung im Dach. So konnte das restliche Wasser in den Eimer fallen. Neben ihrer Schürze bei der Feuerstelle hing ein Lappen, mit dem sie anschließend Tisch und Boden trocken wischte. Sowas auf nüchternen Magen, dachte sie sich, nahm sich einen Krug mit Wasser, füllte damit einen Becher und riss sich ein Stück Brot vom Laib. Auf Haferschleim hatte sie an diesem Morgen keinen Hunger.
Bevor sie aber zu RichardBolitho ging würde sie noch bei ihrer Freundin ella vorbei schauen. Kitty machte sich Sorgen, hatte sie ella doch schon Tage nicht mehr gesehen.
So nahm sie ihren Umhang und machte sich auf den Weg. Jeanne war auch schon früh auf den Beinen und bei der Arbeit. Die Mühlenflügel ächzten und drehten sich mit dem Wind, der heute morgen doch empfindlich frisch war. Sie warf Jeanne einen Gruß zu, spazierte weiter die Straße runter und steuerte auf die Hütte von ella zu.
Am Stadtrand hatte sich Jonah niedergelassen und dort auf einem Stück Acker seine Hütte errichtet. Er war zurückhaltend, ja fast schüchtern, oder sollte man vorsichtig sagen ? So als hätte er in seinem bisherigen Leben nicht viel Schönes erlebt und als rechne er ständig damit, hier nicht willkommen zu sein. Aber er arbeitete hart und war fleißig, hatte er doch in kürzester Zeit seine Hütte errichtet und sie zum Laden ausgebaut. Schön wenn sich so jemand entschloss in Falkennest sesshaft zu werden.
Kitty klopfte an ella´s Tür, doch es bleib still. Nochmal und nochmal versuchte sie es, aber nichts im inneren der Hütte rührte sich. Sollte ella womöglich gar nicht da sein ? Kitty ging zum Stall und fand ella´s Stute. Das Heu schien zu Neige zu gehen, denn viel konnte Kitty davon nicht mehr entdecken. Sie gab der hellbraunen Schönheit etwas frisches Heu und Wasser und wandte sich wieder der Eingangstür zu. Diesmal pochte sie noch energischer und meinte ein jammerndes Röcheln von drinnen zu hören.
Da war was nicht in Ordnung, was sollte sie tun ? In ihrer Verzweiflung entdeckte Kitty, dass die junge Alchimistin an der Seite der Hütte ein kleines Fenster hatte offen stehen lassen und kletterte über die Balustrade am Eingang, stieg auf das Geländer, zog sich zum Fenster hoch und zwängte sich hinein. Als sie ins Dunkel der Hütte rutschte hörte Kitty ein langes Krack. Ihr Kleid hatte sich am Holzrahmen verfangen und war nun tief eingerissen, aber das war ihr völlig egal, denn als sich ihre Augen langsam an das Dunkel gewöhnten entdeckte sie ella auf ihrer Bettstatt liegen. Kitty huschte zur Türe und machte den Riegel von innen auf, um Luft und Licht in die Hütte zu lassen. Dann entzündete sie die Lampe, die bei ella immer auf dem Tisch stand und wandte sich wieder ella zu. Sie war mit ihren Kräften völlig am Ende und schien Kitty nur vage wahrzunehmen. Ihre dunklen Augen glühten vor Fieber. Ella hatte sich wohl in den letzten Tagen im Bergwerk körperlich völlig verausgabt, nichts gegessen, war dabei halb verhungert und hatte sich so geschwächt wie sie war zu guter Letzt auch noch mit Grippe angesteckt.
Kitty goss Wasser in ein Glas und hob ella´s Kopf sanft an, um ihr das erfrischende Lebenselixier tröpfchenweise einzuflößen. Anschließend tunkte sie einige Tücher in den Wassereimer und legte ihr ein kühlendes Gewebe auf die heiße Stirn, wickelte ihr die anderen um die Beine. Ella sagte leise etwas und Kitty musste nah an sie heran treten, um zu verstehen, was da gebrochen aus ella´s Mund kam. Ella hatte Hunger und war inzwischen zu schwach, für sich zu sorgen. Kitty sprang auf und ging zur Anrichte, wo ella immer ihr Brot aufbewahrte und fand dort noch ein halbes Brot, dass man nicht mehr wirklich als frisch bezeichnen konnte. Für´s erste würde es reichen, aber dann würde Kitty losgehen und frisches Brot für ella kaufen. Heu für die braune Stute würde sie auch gleich mitbringen. Nachdem Kitty ella was zu Essen gegeben hatte und ihr einen ihrer eigenen Heiltränke verabreicht hatte, schien es ihr etwas besser zu gehen. So machte sie sich auf den Weg. Zum Glück war Jonah´s Laden nicht weit, denn lange wollte sie ihre Freundin nicht allein lassen.
Ihr Loch im Dach hatte Kitty längst vergessen....
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